Wie die Reifenkarkasse die Leistung beeinflusst

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Bei der Wahl eines Reifens richtet sich die Aufmerksamkeit häufig auf die sichtbarsten Merkmale, etwa die Größe und das Profildesign. Dabei wird leicht übersehen, dass ein großer Teil seiner Leistung von einer Komponente abhängt, die von außen nicht sichtbar ist: der Karkasse. In diesem Artikel betrachten wir ihre wichtigsten Eigenschaften genauer.


Das strukturelle Herzstück des Reifens

 

Die wesentlichen Eigenschaften eines Reifens werden maßgeblich durch seine Karkasse bestimmt. Insbesondere beeinflusst sie:

  • Flexibilität
  • Tragfähigkeit
  • Komfort und Stabilität
  • Bodenaufstandsfläche

 

Landmaschinen sind in den vergangenen Jahren immer leistungsstärker, größer und schwerer geworden. Eine Karkasse, die den Betrieb des Reifens mit niedrigem Luftdruck ermöglicht, ist daher entscheidend, um die Bodenverdichtung zu begrenzen und die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten.

 


Die zwei wichtigsten Arten von Reifenkarkassen

 

Die Diagonalbauweise war historisch gesehen die am weitesten verbreitete Lösung. Die Karkasslagen sind übereinander angeordnet und über Kreuz ausgerichtet. Dadurch entsteht eine besonders kompakte Struktur mit hervorragender Widerstandsfähigkeit gegen Stöße. Dies verleiht dem Reifen eine hohe mechanische Festigkeit, eine hohe Tragfähigkeit und eine gute Stoßfestigkeit.

Andererseits ist diese Bauweise weniger flexibel. Dadurch entsteht eine kleinere Aufstandsfläche, die Bodenverdichtung nimmt zu und die Traktion fällt geringer aus, insbesondere unter anspruchsvollen Bedingungen wie auf unebenem Gelände oder auf übermäßig nassen beziehungsweise trockenen Böden.

Der Mitas TD-19
 ist ein Beispiel für einen Diagonalreifen, der für Traktoren mit niedriger und mittlerer Motorleistung entwickelt wurde. Sein R-1-Profildesign bietet auch auf unebenem Gelände eine hervorragende Traktion und gewährleistet zugleich eine gute Stabilität auf unterschiedlichsten Oberflächen. Die robuste Karkasse sorgt für eine hohe Verschleißfestigkeit und langfristige Zuverlässigkeit. Dadurch ist der TD-19 eine vielseitige Lösung für verschiedenste Traktoren und Einsatzzwecke.

 

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Ein steifer Reifen, etwa mit Diagonalkarkasse, ist jedoch nicht immer die beste Lösung. In der Landwirtschaft müssen Reifen vor allem für den Feldeinsatz optimiert sein, da sich die Einsatzbedingungen dort deutlich von denen auf der Straße unterscheiden.

Gefragt ist ein flexibleres Produkt, das sich an unterschiedlichste Bedingungen anpassen kann, von unebenen landwirtschaftlichen Flächen über Feldwege bis hin zu befestigten Straßen. Aus diesem Grund wurde die Diagonalbauweise nach und nach von der Radialbauweise abgelöst, die heute in der Landwirtschaft am weitesten verbreitet ist.

Bei einem Radialreifen verlaufen die Karkasslagen radial von Wulst zu Wulst und senkrecht zur Fahrtrichtung. Stahlgürtel oder hochfeste Textilverstärkungen stabilisieren dabei die Lauffläche.

Diese Bauweise eignet sich besonders gut für landwirtschaftliche Anwendungen. Der Reifen ist deutlich flexibler, passt sich Unebenheiten des Bodens besser an und überträgt das Gewicht und die Leistung der Landmaschine effizienter auf den Untergrund. Die größere Aufstandsfläche trägt dazu bei, die Bodenverdichtung zu begrenzen, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten sowie die Bodenstruktur und die Entwässerungsfähigkeit zu bewahren. Gleichzeitig verbessert sie durch die größere Kontaktfläche die Traktion.

Zusammenfassend unterscheiden sich Diagonal- und Radialreifen in mehreren wesentlichen Punkten:

  • Ausrichtung der Karkasslagen: Bei Diagonalreifen sind die Lagen in einem gekreuzten Winkel von 30 bis 40 Grad zur Fahrtrichtung angeordnet, während sie bei Radialreifen senkrecht zur Fahrtrichtung verlaufen.
  • Luftdruck: Diagonalreifen benötigen einen höheren Luftdruck, um sowohl die Last als auch die Reifenstruktur zu tragen. Radialreifen können hingegen mit niedrigerem Luftdruck betrieben werden und bieten dadurch die damit verbundenen agronomischen und betrieblichen Vorteile.
  • Traktion: Da Radialreifen mit niedrigerem Luftdruck arbeiten können, bieten sie eine größere Aufstandsfläche und damit mehr Bodenhaftung.
  • Bodenverdichtung: Radialreifen verteilen das Gewicht der Maschine aufgrund des niedrigeren möglichen Luftdrucks auf eine größere Fläche und tragen so dazu bei, die Bodenverdichtung zu begrenzen.
  • Lebensdauer: Diagonalreifen unterliegen einem stärkeren Verschleiß und entwickeln während des Betriebs mehr Wärme. Daher bieten Radialreifen in der Regel eine längere Lebensdauer.
  • Tragfähigkeit: Radialreifen ermöglichen eine höhere Tragfähigkeit, unter anderem dank der VF-Technologie, Very High Flexion. Diese erlaubt es, bis zu 40 Prozent mehr Last als mit einem Standardreifen zu transportieren.
  • Stoßfestigkeit: Diagonalreifen verfügen über robustere Seitenwände und sind dadurch widerstandsfähiger gegen Stöße, Schnitte und Beschädigungen.

 

In der Praxis lässt sich ein Radialreifen leicht von einem Diagonalreifen unterscheiden: Ein Blick auf die Kennzeichnung an der Seitenwand genügt. Radialreifen tragen vor dem Felgendurchmesser den Buchstaben „R“, zum Beispiel 600/65R28. Bei Diagonalreifen fehlt das „R“ oder es wird stattdessen ein Bindestrich verwendet. In einigen Fällen steht anstelle des „R“ der Buchstabe „D“.

 

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Die Bedeutung der Materialien

 

Das Ziel von Radialkarkassen besteht darin, das richtige Gleichgewicht zwischen Festigkeit und Flexibilität zu erreichen. Sie sollen eine hohe Tragfähigkeit bieten, ohne auf die Flexibilität zu verzichten, die für die Bodengesundheit, die Leistung im Feld und die Selbstreinigung des Reifens entscheidend ist.

Um dies zu erreichen, ist die Auswahl der in der Karkasse verwendeten Materialien von grundlegender und strategischer Bedeutung.


Mitas SFT-Reifen
, Super Flexion Tire, sind ein hervorragendes Beispiel für Radialreifen, die für leistungsstarke Traktoren entwickelt wurden. Ihre flexiblen und äußerst widerstandsfähigen Seitenwände ermöglichen den Betrieb mit niedrigem Luftdruck, während gleichzeitig eine hohe Tragfähigkeit erhalten und der Boden geschützt wird.

Darüber hinaus sorgen die großzügig dimensionierten Profilstollen auch unter anspruchsvollsten Feldbedingungen für eine hervorragende Traktion.

 

Höhere Bodenfruchtbarkeit, bessere Leistung

 

Die Karkasse ist das innere Gerüst des Reifens und die Komponente, die seine Eigenschaften bestimmt.


Die Wahl eines Reifens mit einer fortschrittlichen Karkasse bedeutet nicht, die Kosten zu erhöhen. Im Gegenteil: Sie verbessert die Produktivität des Bodens und der Landmaschinen und damit letztlich auch die Rentabilität des landwirtschaftlichen Betriebs.