Agrarreifen-Kennzeichnungen und -Abmessungen verstehen

Wissen Sie wirklich, wie man alle Markierungen auf Reifen erkennt? Diese Informationen sind entscheidend, um das Produkt auszuwählen, das Ihren Anforderungen am besten entspricht. In diesem Artikel erläutern wir die Bedeutung der auf Reifen vorhandenen Buchstaben, Zahlen und Symbole, damit Sie zum Zeitpunkt des Kaufs die richtige Entscheidung treffen können.
Kennzeichnungen zur Reifengröße
Die Kennzeichnung der Reifengröße folgt einem festgelegten Format, zum Beispiel 340/85 R 24. In diesem Fall:
- die erste Zahl gibt die Nenn-Querschnittsbreite in Millimetern an
- die zweite Zahl gibt das Höhen-Breiten-Verhältnis (H/SW) an, also das prozentuale Verhältnis zwischen Querschnittshöhe und -breite
- „R“ steht für die radiale Bauweise des Reifens
- die letzte Zahl gibt den Nenndurchmesser der Felge in Zoll an
Je nach Fahrzeugtyp, für den der Reifen ausgelegt ist, können die Größenkennzeichnungen variieren. Hier einige gängige Beispiele:
- 15.0/55 – 17: Die erste Zahl gibt die Nenn-Querschnittsbreite in Zoll an; die zweite Zahl stellt das Höhen-Breiten-Verhältnis in Prozent dar; der Bindestrich kennzeichnet eine Diagonalbauweise (Bias-Ply); die letzte Zahl gibt den Nenndurchmesser der Felge in Zoll an
- 31 × 15.50–15: Die erste Zahl gibt den Gesamtdurchmesser des Reifens in Zoll an; die zweite die Nenn-Querschnittsbreite in Zoll; der Bindestrich kennzeichnet eine Diagonalbauweise; die letzte Zahl stellt den Nenndurchmesser der Felge in Zoll dar
- 17.5 L–24: Die erste Zahl gibt die Nenn-Querschnittsbreite in Zoll an; „L“ kennzeichnet ein niedriges (reduziertes) Höhen-Breiten-Verhältnis; der Bindestrich kennzeichnet eine Diagonalbauweise; die letzte Zahl stellt den Nenndurchmesser der Felge in Zoll dar
- 7.50–20: Die erste Zahl gibt die Nenn-Querschnittsbreite in Zoll an; der Bindestrich kennzeichnet eine Diagonalbauweise; die letzte Zahl stellt den Nenndurchmesser der Felge in Zoll dar
- 16 × 4: Die erste Zahl gibt den Gesamtdurchmesser in Zoll an, während die zweite die Nenn-Querschnittsbreite in Zoll angibt
Weitere Kennzeichnungen auf Reifen
Neben den Größenangaben verfügen Reifen über weitere Symbole, die wichtige Informationen zu ihren Eigenschaften und ihrer Leistungsfähigkeit liefern.
Der Lastindex (Load Index), dargestellt durch eine Zahl, gibt die maximale Last an, die ein Reifen bei korrektem Luftdruck tragen kann. Jedem Wert ist eine spezifische Last in Kilogramm zugeordnet, die anhand einer Referenztabelle ermittelt werden kann.
Eine weitere wichtige Kennzeichnung ist das Geschwindigkeitssymbol, dargestellt durch einen Buchstaben. Es gibt die maximale Geschwindigkeit an, für die der Reifen zugelassen ist. Wie beim Lastindex muss auch hier die entsprechende Geschwindigkeit mithilfe einer Umrechnungstabelle bestimmt werden.
Auf Reifen können außerdem Pfeile zur Kennzeichnung der Laufrichtung angebracht sein sowie Profildesign-Codes (z. B. RD-03) oder Profilklassifizierungen (z. B. R-1).
VF- und IF-Kennzeichnungen
Zwei besonders wichtige Kennzeichnungen sind VF und IF, die jeweils für „Very High Flexion“ und „Increased Flexion“ stehen.
- Die VF-Technologie ermöglicht es einem Reifen, bei gleichem Luftdruck im Vergleich zu einem Standardreifen bis zu 40 % mehr Last zu tragen. Alternativ kann er bei gleicher Last mit 40 % geringerem Luftdruck betrieben werden, was die Bodenverdichtung deutlich reduziert. Ein Beispiel für einen VF-Reifen ist unser HC 2000: Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren!
- Die IF-Technologie erlaubt es einem Reifen, bei gleichem Druck 20 % mehr Last zu tragen als ein Standardreifen. Bei gleicher Last kann der Luftdruck somit um 20 % reduziert werden, wodurch die Belastung des Bodens verringert wird.
Zusätzliche ETRTO-Kennzeichnungen
Weitere wichtige, von der ETRTO (European Tyre and Rim Technical Organisation) definierte Kennzeichnungen sind:
- CFO (Cyclic Field Operation): ausschließlich für VF- und IF-Reifen anwendbar. Diese Kennzeichnung ist für Maschinen vorgesehen, die unter zyklischen Lastbedingungen arbeiten, wie z. B. Mähdrescher, selbstfahrende Pflanzenschutzspritzen und Düngerstreuer. CFO ermöglicht es Reifen, bei niedrigen Geschwindigkeiten im Feldeinsatz für begrenzte Zeit höhere Lasten zu tragen Ein Beispiel für einen MITAS-Reifen mit CFO-Technologie ist HC 3000.
- CHO (Cyclic Harvesting Operation): ähnlich wie CFO, jedoch für Standardreifen anwendbar. Diese Kennzeichnung erlaubt temporäre Überlastungen bei niedrigen Geschwindigkeiten während der Ernte, wenn das Maschinengewicht bis zur Entladung schrittweise zunimmt. Ein Beispiel für einen Mitas-Reifen für Mähdrescher mit CHO-Technologie finden Sie hier.
- NRO (Narrow Rim Option): ein ETRTO-Standard, der es ermöglicht, VF- und IF-Reifen auf schmaleren Felgen zu montieren als normalerweise vorgesehen. Mitas HC 1000 ist ein Beispiel für einen Reifen mit NRO-Technologie: Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren!
- PFO (Pressure Field Operation): anwendbar auf VF- und IF-Reifen. Diese Kennzeichnung erlaubt bei gleichem Lastniveau einen reduzierten Luftdruck während der Feldarbeit bei Geschwindigkeiten von 5, 10 und 15 km/h. Im Gegensatz zu CFO und CHO liegt der Fokus bei PFO auf der Nutzung niedrigerer Drücke statt höherer Lasten, wodurch es ideal für den Einsatz mit CTIS-Technologie (Central Tyre Inflation System) ist. Ein repräsentatives Beispiel ist der Mitas GRANTERRA Reifen; alle Informationen dazu finden Sie unter diesem Link.
Die richtige Wahl zu treffen ist entscheidend!
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass jeder Reifen eine Reihe von Kennzeichnungen aufweist, die wesentliche Informationen zu Abmessungen, Leistung und Verwendungszweck liefern. Wenn Sie die Bedeutung dieser Symbole kennen, können Sie beim Kauf sicher den richtigen Reifen auswählen und so optimale Leistung, Sicherheit und Effizienz für Ihre Maschinen gewährleisten.
