Den Traktor für die Herbstaussaat vorbereiten

Der Frühherbst verändert den Arbeitsrhythmus auf dem landwirtschaftlichen Betrieb. Die Erntemaschinen werden gereinigt und eingelagert, die Getreidestoppeln sind bereit für die Bodenbearbeitung und die Sämaschine wird für die Aussaat von Winterweizen, Gerste, Raps und Zwischenfrüchten wieder aus der Maschinenhalle geholt. In weiten Teilen Europas sind die Mais- und Zuckerrübenernte noch im Gange. Deshalb wechseln dieselben Traktoren innerhalb einer Woche zwischen später Erntearbeit und den ersten Aussaatdurchgängen.
Diese Traktoren haben gerade mehrere Monate lang Erntelasten über Betriebshöfe, Straßen und Felder transportiert. Nun kommen sie bei kühleren und häufig feuchteren Bedingungen zum Einsatz, bei denen die Saatgutablage weniger Spielraum für Fehler lässt. Entscheidend ist jetzt nicht, ob die Reifen die Hauptsaison überstanden haben. Entscheidend ist, ob sie weiterhin die richtigen Reifen für die bevorstehenden Arbeiten sind.
Warum im Herbst besonders viel auf dem Spiel steht
Bei der Herbstaussaat werden üblicherweise Saatbetten für Winterweizen, Gerste, Raps oder Zwischenfrüchte vorbereitet und bestellt. Nach den langen Sommermonaten nähern sich die Böden dabei wieder ihrer Feldkapazität. Auch wenn sich der Traktor weiterhin problemlos über das Feld bewegt, bedeutet die Befahrbarkeit des Feldes nicht automatisch, dass sich der Boden in einem geeigneten Zustand befindet. Eine ungeeignete Reifenkonfiguration kann Spuren hinterlassen, die noch lange nach der Überfahrt des Traktors bestehen bleiben.
Nach einem trockenen Sommer steigt dieses Risiko schnell an, sobald die Feuchtigkeit zurückkehrt. Ein Boden, der während der Ernte noch fest erschien, kann sich unter Belastung leichter verformen. Das gilt insbesondere dort, wo Schrumpfung und Rissbildung die Struktur unterhalb der Oberfläche bereits verändert haben. Die nachfolgende Kultur muss den gesamten Winter in dieser Bodenstruktur wachsen. Deshalb geht es bei der Reifenentscheidung im Herbst weniger darum, noch eine weitere Saison zu überstehen, sondern vielmehr darum, den Reifen auf die bevorstehenden Arbeiten abzustimmen.
Die Reifen vor Beginn des Aussaatzeitfensters überprüfen
Die strukturelle Sicherheit steht an erster Stelle. Erntestoppeln, Pflanzenreste und Straßenfahrten können Schäden verursachen, die nicht sofort zu einem Ausfall führen, aber die Karkasse allmählich schwächen. Diese Schwächung zeigt sich häufig erst später, wenn sich der Reifen über mehrere Stunden unter der Zuglast einer Kombination aus Sämaschine und Bodenbearbeitungsgerät verformt. In unserem Artikel darüber, wie sich Reifenkarkassen auf die Leistung auswirken, erläutern wir, was sich im Inneren der Karkasse befindet und warum dies wichtig ist.
Der Verschleiß des Reifenprofils birgt ein anderes Risiko. Ein Traktorreifen muss nicht vollständig abgefahren sein, um für die Herbstaussaat ungeeignet zu werden. Wenn sich die Stollen abrunden, nehmen die Traktion und die Selbstreinigungsfähigkeit auf feuchten Böden ab. Das führt zu mehr Schlupf und einer weniger gleichmäßigen Zugkraft, und zwar genau dann, wenn eine konstante Traktion besonders wichtig ist. Beide Kontrollen dauern nur wenige Minuten und sollten besser vor Beginn des Aussaatzeitfensters durchgeführt werden als währenddessen. Unser Artikel über den Verschleiß von Landwirtschaftsreifen erklärt, worauf Sie achten und wann Sie handeln sollten.
Das Saatbett dort schützen, wo die Verkehrsbelastung am höchsten ist
Ein Feld wird nicht überall gleichmäßig verdichtet. Die am stärksten betroffenen Bereiche befinden sich an vorhersehbaren Stellen: am Vorgewende, in Wendebereichen, an Zufahrten und in Fahrgassen, in denen dieselben Reifenspuren immer wieder befahren werden. Nach Regen ist dies besonders wichtig, da eine wendende Kombination aus Traktor und Sämaschine die am stärksten befahrenen Bereiche des Feldes bereits bei einer einzigen Überfahrt beschädigen kann.
Hohe Achslasten und wiederholte Überfahrten führen besonders schnell zu Bodenverdichtung. Auch der Reifendruck und die Bodenfeuchtigkeit spielen eine wichtige Rolle. Doch selbst ein korrekt eingestellter Reifendruck kann übermäßige Achslasten oder wiederholte Fahrten in derselben nassen Spur nicht ausgleichen. Die Reifenwahl für den Herbst sollte deshalb Teil einer umfassenderen Strategie für die Feldarbeit sein.
Reduzieren Sie bei kritischen Bedingungen unnötige Fahrbewegungen. Vermeiden Sie wiederholte Überfahrten, nur weil sich der Traktor bereits auf dem Feld befindet. Verwenden Sie für Straßenfahrten die dafür vorgesehenen Reifendruckeinstellungen und stellen Sie den entsprechenden Felddruck ein, sobald der Traktor wieder auf dem Acker arbeitet. Kleine Entscheidungen am Vorgewende können dazu beitragen, den Bereich des Feldes zu schützen, der am stärksten von Schäden bedroht ist.

Beibehalten, anpassen oder wechseln? Treffen Sie die Entscheidung vor der Herbstaussaat
Bevor die Sämaschine auf das Feld fährt, sollten Sie feststellen, welche der folgenden drei Situationen zutrifft.
Beibehalten und anpassen. Die Karkasse und die Seitenwände sind in einwandfreiem Zustand, das Profil eignet sich weiterhin für die geplanten Arbeiten und der Traktor erzielt mit dem vorgesehenen Anbaugerät eine ausreichende Traktion. Überprüfen Sie den Reifendruck im kalten Zustand anhand der tatsächlichen Achslasten im Herbst. Passen Sie anschließend den Reifendruck an die Feldbedingungen an und beachten Sie dabei die vom Hersteller freigegebenen Last- und Reifendruckangaben. Erfahren Sie mehr darüber, wie Sie den richtigen Reifendruck auswählen.
Mit klar definierten Einschränkungen weiterverwenden. Der Reifen ist weiterhin sicher, nähert sich jedoch dem Ende seiner nutzbaren Lebensdauer oder bietet nur unter trockeneren Bedingungen, bei geringerer Geschwindigkeit oder mit einem leichteren Anbaugerät eine ausreichende Leistung. Legen Sie diese Einschränkungen vor Beginn der Saison fest und planen Sie den Austausch vor der nächsten größeren Aussaatkampagne.
Vor Beginn des Aussaatzeitfensters wechseln. Sichtbare strukturelle Schäden, stark abgenutzte Stollen, anhaltender Radschlupf oder eine neue und schwerere Sämaschinenkombination deuten eher auf ein Problem mit der Reifenspezifikation als auf ein Wartungsproblem hin. In diesem Fall geht es nicht mehr darum, wie lange der Reifen noch eingesetzt werden kann. Stattdessen muss geklärt werden, welche Reifengröße, Tragfähigkeit, Bauweise und Reifendruckkapazität der Traktor für die nun geplanten Arbeiten benötigt.
Die Reifen in die Herbstplanung einbeziehen
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, eine Entscheidung über die Traktorreifen zu treffen, und nicht erst dann, wenn die Sämaschine bereits am Feldrand wartet. Es ist wesentlich einfacher, vor Beginn des Aussaatzeitfensters den richtigen Reifen auszuwählen, als mit einer Einschränkung umgehen zu müssen, wenn das Saatgut in den Boden gebracht werden muss.
Sprechen Sie mit Ihrem Mitas-Händler, um die passende Reifenwahl und die richtige Reifendruckeinstellung für die bevorstehenden Arbeiten zu prüfen.